Was kostet ein Recruiting-Video 2026?
Echte Kostenstruktur eines Recruiting-Videos im Mittelstand: 6 Kostenpunkte, 3 typische Paketgrößen, 4 Kostenfallen. Basierend auf 25 produzierten Kampagnen in NRW. Transparent, ohne Schwurbel.
Wer 2026 Recruiting-Videos in Auftrag gibt, sieht in Angeboten eine Preisspanne von 2.000 € bis 80.000 €. Das ist keine Übertreibung — und vor allem nicht hilfreich, wenn man verstehen will, warum.
Wir haben in den letzten 24 Monaten 25 Recruiting-Projekte für Mittelstand, Handwerk, Industrie und Gesundheitswesen produziert. Daraus haben wir die echte Kostenstruktur destilliert: aus welchen 6 Positionen sich der Preis tatsächlich zusammensetzt, welche 3 Paketgrößen typisch sind, und wo die häufigsten Kostenfallen lauern.
Die 6 Kostenpunkte im Detail
1. Strategie & Discovery · 750 – 2.500 €
Bevor irgendjemand eine Kamera anpackt, klären wir das Ziel. Discovery-Workshop mit Geschäftsführung und HR: Wer ist die echte Zielgruppe? Welche Kaufmotive (also: warum bewerben sich Menschen überhaupt bei euch)? Welche Plattformen? Welcher Content-Stil passt zu eurer Marke?
Was hier rein muss: 2–3 Stunden Workshop, Wettbewerbsanalyse, Zielgruppen-Profile, Plattform-Empfehlung, 12-Monats-Roadmap.
Was hier oft vergessen wird: Wer diese Phase weglässt (das ist die häufigste Kostenfalle), dreht später einen Film, den niemand braucht. Discovery-Kosten sparen ist falsche Sparsamkeit.
2. Drehtag mit Profi-Crew · 1.800 – 3.500 € pro Tag
Der größte Kostenblock. Was dazugehört:
- Regie + Kamera + Ton (1- bis 3-Personen-Crew, je nach Anspruch)
- Profi-Kamera-Setup (Canon Cinema-Kamera-Systeme, Cine-Optiken, Stativ + Slider/Gimbal)
- Sauberer Originalton (Lavaliers + Boom + Recorder)
- Lichtsetup (LED-Panels, Diffusoren, Modifier)
- Vorbereitung + Abbau + Anreise
Preisspanne erklärt:
- 1.800 € → Ein Drehtag, eine Location, 1-Personen-Setup, kompaktes Setting
- 3.500 € → Mehrere Locations, 3-Personen-Crew, zusätzliche Aufnahmen (Drohne, B-Cam, Special-FX-Licht)
Praxis-Tipp: Pro Drehtag entstehen typischerweise Inhalte für 4-8 Wochen Social-Media-Output. Ein Drehtag ist also nicht „ein Video” — er ist eine Content-Battery.
3. Postproduktion & Schnitt · 1.000 – 2.500 € pro Hauptfilm
Aus 6-12 Stunden Rohmaterial wird ein 60-180-Sekunden-Film. Was hier passiert:
- Sichtung + Logging des gesamten Materials
- Rohschnitt + Feinschnitt + Color-Grading
- Tonmischung (Sprache, Atmo, Musik)
- Grafik + Cover + Untertitel
- 2 Korrektur-Runden (Standard)
Faustformel: 1 Drehtag = 2-3 Tage Postproduktion. Wer das unterschreitet, liefert sichtbar weniger Qualität.
4. Plattformnative Reels · 200 – 600 € pro Reel
Aus dem Hauptfilm-Material destillieren wir kürzere Versionen für TikTok, Instagram Reels und LinkedIn. Diese sind jeweils plattformnativ (9:16, Hook in der ersten Sekunde, eigene Captions, Format-spezifische Cover-Designs).
Was den Preis bestimmt: Werden vorhandene Aufnahmen verwendet (günstig) oder muss separat geschnitten und grafisch aufbereitet werden (teurer). Aus einem typischen Drehtag entstehen 4-12 Reels. Bei guter Planung ist das der günstigste Asset-Hebel überhaupt.
5. Performance-Kampagne · 600 – 1.800 € Setup + Werbebudget
Ein Recruiting-Video wirkt erst, wenn es auch von der Zielgruppe gesehen wird. Bezahlte Kampagnen auf Meta (Instagram/Facebook), TikTok und LinkedIn machen den Unterschied zwischen „schönem Film” und „Bewerbungen im Postfach”.
Setup-Kosten (einmalig):
- Targeting-Strategie + Audience-Building: 400-800 €
- Conversion-Tracking-Setup (Pixel/Tag-Manager): 200-600 €
- A/B-Test-Strukturierung: 200-400 €
Laufendes Werbebudget (monatlich):
- Lokale Kampagne (50-km-Radius): ab 800 € Ad-Spend
- Regionale Kampagne (NRW): 1.500-3.000 €
- Bundesweit oder Multi-Standort: ab 3.500 €
Praxis-Zahl: Im Recruiting liegt der typische Cost-per-Lead bei 3 – 18 € (Handwerk, Pflege, Industrie). Cost-per-Hire bei 50-200 €. Stepstone & Co. liegen bei dem 5-10-fachen.
6. Kontinuierliche Betreuung · 1.500 – 4.000 € monatlich
Ein einmaliges Video bringt einen einmaligen Effekt. Recruiting-Erfolg ist Marathon, nicht Sprint. Wer nachhaltig Bewerbungen will, betreut den Kanal kontinuierlich:
- Monatliches Posting + Community-Management
- Kampagnen-Optimierung (A/B-Tests, Budget-Shifts)
- Reporting + Strategie-Review
- Quartalsweise neue Drehs für frischen Content
Das ist der Punkt, an dem die meisten Unternehmen ihre Investition nicht amortisieren, weil sie nach dem ersten Film aufhören. Ein Film ohne Pflege ist eine Stellenanzeige, kein System.
Drei typische Paketgrößen
Paket A · Einstieg · 5.500 – 9.500 € Setup + 1.200 – 2.000 € / Monat
Für Unternehmen mit 1-2 offenen Stellen pro Jahr.
- 1 Drehtag · 1 Hauptfilm · 4-6 Reels
- Strategie + Setup Meta-Ads
- 6 Monate Mindestlaufzeit Kampagne
Beispielkalkulation: Strategie 1.000 € + Drehtag 2.500 € + Postproduktion 1.500 € + 5 Reels à 350 € + Ads-Setup 800 € ≈ 7.500 € Setup.
Realistisches Ergebnis: 30-80 Bewerbungen über 6 Monate, 3-8 Einstellungen.
Paket B · Wachstum · 14.000 – 22.000 € Setup + 2.500 – 4.000 € / Monat
Für Mittelstand mit 5-15 Stellen pro Jahr. Das ist die häufigste Variante bei uns.
- 2 Drehtage · 1 Hauptfilm + 2 Berufsporträts · 8-12 Reels
- Multi-Plattform-Ads (Meta + TikTok + LinkedIn)
- Conversion-Tracking + Reporting
- Monatliche Strategie-Calls
Beispielkalkulation: Strategie 2.000 € + 2 Drehtage à 3.000 € + 3 Hauptfilme à 1.800 € + 10 Reels à 350 € + Conversion-Tracking 1.000 € + Ads-Setup 1.500 € ≈ 19.000 € Setup.
Realistisches Ergebnis: 100-300 Bewerbungen pro Quartal, 10-25 Einstellungen pro Jahr.
Paket C · Wachstum + Dauerbetreuung · 14.000 – 22.000 € Setup + 3.500 – 5.500 € / Monat
Identisch zur einmaligen Produktion aus Paket B, plus quartalsweiser Besuch im Unternehmen, um frische Inhalte einzufangen.
- 2 Drehtage initial · 1 Hauptfilm + 2 Berufsporträts · 8-12 Reels
- Multi-Plattform-Ads (Meta + TikTok + LinkedIn)
- Conversion-Tracking + Reporting
- Monatliche Strategie-Calls
- Plus: 1 Drehtag pro Quartal für laufend neuen Content (neue Mitarbeitende, neue Berufsbilder, saisonale Themen, aktuelle Projekte)
Warum das den entscheidenden Unterschied macht: Recruiting-Inhalte verbrauchen sich. Nach 4-6 Monaten kennen die meisten Zielgruppen-Profile in eurer Region die Kampagne. Wer dann frischen Content nachlegt, erhält die Performance über Jahre. Wer nicht nachlegt, sieht nach 12 Monaten den Effekt deutlich abflachen.
Realistisches Ergebnis: Dauerhafte Sichtbarkeit als Arbeitgeber im 30-80-km-Radius über mehrere Jahre. Konstanter Bewerbungseingang ohne große Lücken.
Vier häufige Kostenfallen
Falle 1: „Wir machen das selbst, kostet uns ja nichts.”
Stimmt mathematisch nicht. Die internen Personalkosten für einen Recruiting-Film (HR, Marketing, Geschäftsführung über Wochen verteilt) liegen meist bei 4.000-8.000 € in Arbeitszeit, bei deutlich schlechterem Ergebnis als bei einer Agentur. Zusätzlich bleibt die Stelle weiterhin offen, was richtig Geld kostet.
Falle 2: „Wir nehmen einfach den günstigsten Anbieter.”
Recruiting-Videos für 2.500 € existieren. Sie sehen aus wie Recruiting-Videos für 2.500 €. In einem Markt, in dem die Zielgruppe auf Profi-Content trainiert ist (Instagram, TikTok), wirken Billig-Produktionen sofort wie eine negative Arbeitgebermarken-Aussage.
Falle 3: „Wir machen den Film, aber sparen die Ads.”
Das ist der häufigste Fehler. Ein super produzierter Film, der nur auf der Karriereseite liegt, erreicht keine 100 Menschen pro Monat. Die Distribution macht 60 % des Erfolgs. Wer hier spart, wirft das Produktionsbudget weg.
Falle 4: „Erstmal nur einen Film, dann sehen wir weiter.”
Ein einzelner Film ohne kontinuierliche Pflege bringt typischerweise 6-8 Wochen Effekt und ist dann ausgespielt. Das Geld ist weg, der Effekt verpufft. Recruiting-Video ist ein Asset, das gepflegt werden muss. Sonst macht es keinen Sinn.
Was kostet ein Recruiting-Video NICHT?
Drei Punkte, die immer wieder kommen und meistens kein extra Kostenfaktor sein müssen:
- Mitarbeitende vor der Kamera: keine Gage nötig, wenn ihr eure eigenen Leute zeigt. Im Gegenteil, meist motivierter Auftritt, weil sie ihre Geschichte erzählen dürfen.
- Drehgenehmigungen: auf eurem eigenen Gelände kostenlos. Anders nur bei Außenaufnahmen in der Innenstadt.
- Musik-Lizenzen: Gute Tracks aus Lizenzbibliotheken (Artlist, Epidemic Sound, Soundstripe) liegen aktuell bei rund 15–30 € pro Song. Bei einer typischen Recruiting-Produktion mit 1–3 Musikstücken ein Kostenblock im niedrigen zweistelligen Bereich. Nur bei expliziten Chart-Tracks oder GEMA-pflichtigen Originalkompositionen würden deutlich höhere Lizenzkosten extra anfallen.
Wann lohnt sich ein Recruiting-Video überhaupt?
Vereinfachte Rechnung am Beispiel eines typischen mittelständischen Handwerksbetriebs aus NRW:
- Investition: ~14.000 € Setup + 7.000 € Ads über 6 Monate = 21.000 €
- Ergebnis: 100-150 Bewerbungen → ~6-10 Einstellungen
- Cost-per-Hire: rund 2.500 €
- Vergleichswert Stepstone: 1.500-3.000 € pro Stellenanzeige × oft 3-4 Wiederholungen pro Stelle = 9.000-15.000 € pro Einstellung
- Langfrist-Effekt: Arbeitgebermarken-Aufbau, Sichtbarkeit, die auch in den nächsten Jahren weiter wirkt
Recruiting-Video lohnt sich, sobald ihr 2+ offene Stellen pro Jahr habt und langfristig denken könnt. Bei 1 Einzel-Stelle, die akut besetzt werden muss → Stepstone reicht.
Wie ihr realistisch budgetiert
Wenn ihr einen Recruiting-Video-Aufbau plant, kalkuliert mit:
- Setup-Investition: ein einmaliger Block (siehe Paketgrößen)
- Laufende Ads + Betreuung: 12–24 Monate Verpflichtung
- Gesamt-Jahresbudget: typischerweise 20.000 € (Einstieg) bis 85.000 € (Wachstum + Dauerbetreuung)
Was eine Stellenanzeige kostet, die ein halbes Jahr lang läuft, ist oft schon dasselbe Budget wie ein Einstiegs-Paket Recruiting-Video — nur ohne den Marken-Asset-Effekt am Ende.
Wenn ihr für euer Unternehmen wissen wollt, in welcher Größenordnung ein Recruiting-Video-Aufbau realistisch wäre: Strategie-Call vereinbaren. 30 Minuten, kostenfrei, mit konkreter Einschätzung für euren Anwendungsfall, basierend auf den 25 Projekten, die wir bereits umgesetzt haben.